9. Januar 2017 | Messe

"Augenoptiker nehmt den Digitalen Wandel wahr"
opti 2017 vom 28. bis 30. Januar 2017

„OPTIC 4.0 – Digital Solutions“ – so heißt der Themenschwerpunkt der kommenden opti. Denn sie will den Augenoptikern helfen, einen Überblick über die Neuigkeiten aus der Welt der Refraktion und Optometrie zu erhalten. In den vier Messehallen zeigen zahlreiche Hersteller, wie die Vernetzung von der Vormessung über die Refraktion, der Beratungssoftware und der Glasbestellung bis hin zum Schleifen der Gläser aussehen kann. Einen schnellen und umfassenden Überblick gibt es am Messemontag. Dann bieten Fachschüler der Augenoptik spezielle Fachführungen auf Deutsch und Englisch zum Thema Digitalisierung an.

„Alle reden über Digitalisierung in der Augenoptik. Doch wohin geht die Reise? Wenn es der opti gelingt, den Augenoptikern beim bislang sehr schwammigen Begriff der Digitalisierung Orientierung zu geben, dann wäre es eine riesige Hilfe für unser Geschäft!“, sagt Augenoptikermeister Marcus Frank (blickpunkt optik) aus Augsburg. Daher hat die opti den Themenschwerpunkt nach den vier Bereichen gegliedert, in denen digitale Technologien bereits im Arbeitsalltag eingesetzt bzw. diesen künftig vereinfachen werden:

  • Digitale Information und Kommunikation
  • Digitale Produktion und Automati­sierung
  • Digitales Prozessmanagement
  • Digitale Dienstleistungen und Smart Services

Auf der Website www.opti.de findet jeder Augenoptiker einen eigenen OPTIC 4.0-Ausstellerkatalog, in dem über 30 Hersteller und Anbieter von Phoroptern, Keratographen, Funduskameras und Branchensoftware gelistet sind. Ebenfalls ein Zukunftsbereich in der digitalen Optometrie ist 3D printed Eyewear, die Hightech mit Handwerkskunst verbindet. Gespannt sein darf jeder Besucher auf die Fassungen der drei opti-Boxen-Labels Powder & Heat und You Mawo (beide Deutschland) sowie Wearebawsome (Polen).

Große Chancen in der Digitalisierung sieht Oliver Bohl, Vorsitzender der Fokusgruppe Digital Commerce im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), gerade bei Augenoptikern, die ihr Hauptgeschäft mit Beratung, optometrischen Dienstleistungen und handwerklichen Fähigkeiten vorrangig noch stationär betreiben: „Für Optiker liegt die Chance vor allem in der Schaffung und dem Angebot von Mehrwertservices für Kunden. So können Käufe unter Einbezug des Konsumenten gezielt unter Nutzung digitaler Touchpoints (Website, App) vorbereitet werden. Vor Ort kann sich der Optiker dann aufbauend auf die vertiefte Beratung konzentrieren.“ Nach Meinung von Bohl liege die größte Gefahr für Augenoptiker darin, „den digitalen Wandel nicht als solchen wahrzunehmen, weil sich dieser eher sukzessive und nicht als großer, abrupter Umbruch vollzieht.“

Augenoptikermeisterin Eva-Maria Trummer setzt schon ganz stark auf digitale Optometrie. Sie erlebe täglich Kunden, die „von den neuen Technologien, da sie diese im Regelfall noch nirgendwo anders gesehen haben, fasziniert sind“. Digitale Technologie bedeutet für sie jedoch mehr, als einen kurzfristigen Showeffekt zu bieten. Sie stellt fest, dass sich der Einsatz von digitaler Technik unmittelbar positiv auf die Kundenzufriedenheit auswirkt: „Für Gleitsichtgläser haben wir dank einer virtuellen Brille die Möglichkeit, dem Kunden eine ziemlich genaue Vorstellung zu geben, wie er später mit der Brille sehen wird. Die unterschiedlichen Qualitätsstufen lassen sich so viel einfacher erklären. Durch die Simulation werden die Unschärfen im Glas realistisch dargestellt. Damit wird der Mehrwert von hochwertigen Gläsern für den Kunden unmittelbar erlebbar“, so Trummer.

Von der Digitalisierung müssen vor allem die Brillen- und Kontaktlinsenträger profitieren, ist sich Uwe Freitag (Leiter New Business Development, Essilor GmbH) sicher: „Das Thema Digitalisierung dient in erster Linie der Prozessoptimierung durch Vernetzung – mit dem Ziel, den Endverbraucher in den Mittelpunkt zu stellen und ihm ein perfektes Einkaufserlebnis zu bieten sowie die Kompetenz des Augenoptikers noch stärker herauszustellen.“ Am 29. Januar 2017 diskutiert Professorin Dr. Anna Nagl, Studiendekanin M. Sc. Vision Science and Business (Optometry) an der Hochschule in Aalen, mit anderen Podiumsteilnehmern über das Thema „Digitale Zukunft: Wie sich Brillenglashersteller auf die Zukunft vorbereiten“. Auf die Frage, welche Investitionen in digitale Geräte für Augenoptiker notwendig sind, antwortet sie: „Letztlich hängt die Geräteausstattung und die Investition vom Geschäftsmodell des Augenoptikers ab: Bin ich Handwerker oder erster Ansprechpartner und Berater für gutes Sehen? Bei letzterem biete ich meinen Kunden die erweiterte Augenprüfung, von den Eingangstests zur funktionellen Augenprüfung über die objektive und subjektive Refraktion mit Binokularprüfung bis hin zur Untersuchung der vorderen und hinteren Augenabschnitte inklusive Glaukomvorsorgeuntersuchung an.“

Wer sich einen Überblick zu den Technologien verschaffen möchte, kann sich am Messemontag (30. 1. 2017) Rundgängen zu den Themen „Digitale Produktion und Automatisierung“ und „Digitale Dienstleistungen und Smart Services“ anschließen. Studenten der Fachschule für Augenoptik „Hermann Pistor“, Jena (www.fsao-jena.de) bieten diese Touren auf Deutsch und Englisch an. Ab Januar erfahren Interessierte auf www.opti.de mehr zur Anmeldung. Des Weiteren erhalten Augenoptiker vielfältige Unterstützung beim Einsatz neuer Techniken und digitaler Anwendungen durch opti-Aussteller wie Essilor GmbH, IPRO GmbH, Menicon GmbH, Carl Zeiss Vision GmbH, Weco Visionix GmbH, OCULUS Optikgeräte GMBH, Prisma Computer GmbH, Euronet Software AG, u.v.m. Interessierte erhalten auf der opti einen umfassenden Überblick über die digitale Optometrie an den jeweiligen Messeständen. Nach der Messe bieten viele der Firmen zusätzliche, vertiefende Workshops in eigenen Akademien an, wie z. B. an der OCULUS Akademie in der Nähe von Wetzlar. Claudia Blaurock, Leiterin der OCULUS Akademie, ist sich sicher: „Der Beruf des Augenoptikers wandelt sich immer mehr vom klassischen Handwerk hin zum Sehberater und Gesundheitsdienstleister. Damit einher geht auch ein Wandel in den angewandten Technologien. Sie bieten nicht nur im Bereich der Messtechnik und des Handwerks neue Möglichkeiten, sondern auch für die individuelle Werbung, das Marketing und die allgemeine Kommunikation mit dem Verbraucher. Wir von der Akademie unterstützen unsere Kunden mit einem vielfältigen Schulungs­angebot, die neuen Herausforderungen bestens zu meistern.“