1. Mai 2017 | Unkategorisiert

Die perfekte Sportbrille

Wird eine Sportart regelmäßig und intensiv betrieben, sollten bei einer Sportbrille neben der Korrektion einer Fehlsichtigkeit auch andere ­Faktoren berücksichtigt werden. Wurde vor einigen Jahrzehnten kein großer Wert auf Äußerlichkeiten beim Sport gelegt, so hat sich die Einstellung zu Mode und Sport im letzten Jahrzehnt entscheidend gewandelt.

Neben dem passenden Sportoutfit gibt es Sportbrillen verschiedenster Luxusmarken, die alle über ein ähnliches Aussehen verfügen. Marken, Design, Farben und Materialien spielen eine entscheidende Rolle im Kaufansatz und der Werbung. Alle Sportbrillen, die zurzeit sowohl zum Sport, als auch als modisches Accessoire getragen werden, verfügen über Brillengläser, die stark durchgebogen sind. Dadurch entsteht ein enges Anliegen an Gesicht und Auge und die Brille schützt so optimal vor äußeren Einflüssen. Die Sportbrillen werden aber nicht ausschließlich für den Gebrauch beim Sport hergestellt, sondern auch als Trendsonnenbrillen vermarktet und verwendet. Die Verkaufszahlen der Industrie boomen und erzielen Jahr für Jahr steigende Umsätze mit dem Vertrieb von Sportbrillen.

Neben den Sportbrillen mit auswechselbaren Scheiben zum Gebrauch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen, gibt es eine Reihe von Sportbrillenfassungen, deren Design und Konstruktion es ermöglicht, sie mit Korrektionsbrillengläsern zu versehen. Die Verglasung dieser Trendbrillen nimmt mit ihrer Anzahl und den Kollektionen namhafter Hersteller immer mehr zu, sodass auch Fehlsichtige in der heutigen Zeit nicht auf Aussehen, Modebewusstsein und Trendmarke verzichten möchten. Neben dem Aussehen und Design gibt es auch einige gesundheitliche optische Aspekte und Forderungen, die eine Sportbrillenfassung und deren Brillengläser erfüllen müssen und sollen. So verfügen die Sportbrillengläser den geforderten UV- und Blendschutz, bedingt durch die Vielfalt der Tönungen und Sonnenschutzfarben. Eine Sportbrille schützt die Augen durch ihre durchgebogene Form sowohl vor Schmutz und Staub, als auch vor Insekten, Sportgegenständen (Slalomstangen), sowie vor äußeren Gefahren, wie Steinen oder Splittern, die bei Stürzen ins Auge gelangen können. Ebenfalls wird mit der Sportbrille ausreichender Schutz vor Umwelteinflüssen, wie Fahrtwind, Nebel, Regen oder Schneefall gegeben. Die Überprüfung der Fehlsichtigkeit des Sportlers ist ein enorm wichtiger Parameter, um Verletzungsgefahren, die durch schlechtes Sehen entstehen können, herabzusetzen.

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Sportbrillen und Sportarten

Bei vielen Sportarten leuchtet es aufgrund gesundheitlicher Aspekte, wie zum Beispiel dem Schutz vor Umwelteinflüssen ein, eine Sportbrille zu verwenden. Es gibt einige Dinge, die beachtet werden müssen, um eine optimale Sportbrille für einen Sportler auszuwählen. Zunächst ist einmal festzustellen, dass es ein Modell der optimalen Sportbrille nicht gibt. Aufgrund individueller anatomischer Gegebenheiten, wie die Höhe der Wangenknochen, die Kopfbreite, die Höhe des Nasenansatzes oder der Pupillenabstand, kann eine Sportbrille, die für eine Person optimal ist, für eine andere Person unbrauchbar sein. Generell gibt es aber einige Kriterien, die bei der Konzeption einer Sportbrille berücksichtigt werden müssen. Um eine Verglasbarkeit für eine Anzahl verschiedener Personen zu ermöglichen, ist es wichtig, dass eine Sportbrille eine nicht zu große Scheibenlänge aufweist, da sonst die Gefahr besteht, dass die Sportbrille aufgrund der notwendigen Zentrierung nicht verglast werden kann. Die Herstellung der Sportbrillen erfordert eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle, da der Sitz jeder Sportbrille individuell ist. Es sind bei der Fertigung einer Sportbrillenfassung Gesichtspunkte zu berücksichtigen, die eine Brille an anatomische Gegebenheiten anpassbar machen. Die Nasenauflage und die Bügel müssen so gefertigt sein, dass sie mit der Anatomie des Brillenträgergesichtes kompatibel sind. Die Brillenfassung muss so anpassbar sein, dass sie während des Sports nicht rutscht, drückt oder stört. Der Sitz der Brille ist besonders abhängig von vom Sitz auf der Nase. Deswegen ist bei der Entwicklung einer Sportbrille besonders auf eine verstellbare oder eine differenziert hergestellte Nasenauflage zu achten. Für die Fassungsform gilt, dass diese eine Krümmung aufweist, in die sich Brillengläser mit produzierbaren Grundkurven einarbeiten lassen. Eine Brillenfassung, die besonders eng anliegt, aber für die es keine Möglichkeit gibt, ein entsprechend durchgebogenes Brillenglas zu produzieren, kann nicht als verglasbar eingestuft werden. Eventuelle Belüftungsschlitze, um das Beschlagen der Scheiben zu verhindern, können und sollen von Vorteil sein. Ist die Sportbrille jedoch gut anpassbar, kann durch eine optimale Anpassung ein Beschlagen der Brille meist verhindert werden.

Anforderung an eine Sportbrille

Um eine Sportbrille nicht nur als Fashionbrille zu tragen und unbedenklich Leistungssport durchzuführen, ist es sinnvoll, dass sowohl die Brillenfassung als auch die Brillengläser einige wichtige Details aufweisen.

Für die Brillenfassung gilt:

  • Bruchsicheres, leichtes Material, üblicherweise Kunststoff
  • Helm- und blickfeldgerechtes Fassungsdesign – durchgebogene Brillengläser mit großem Fassungsscheibenwinkel
  • Federbügel mit elastischen, verstellbaren Enden
  • Gepolsterte Nasenstege
  • Eventuell elastische Bänder zur Verbindung der Bügel
  • Ventilationssystem in der Nasenbrücke zur Verbesserung des Luft­austausches, um ein Beschlagen der Brillengläser zu vermeiden
  • Randlose Brillen sind aufgrund der erhöhten Verletzungsgefahr nicht sinnvoll als Sportbrille zu nutzen

Grundlegend bei der Entwicklung einer Sportbrille ist die Fassungsnut. Die Nut darf keinesfalls tiefer sein, als die Abtaststifte der sich am Markt befindlichen Tracer der Brillenglas-Einschleifautomaten. Wäre das der Fall, würden die Brillengläser keinen festen Halt in der Fassung bekommen. Die Nut soll eine herkömmliche V-Form aufweisen und nicht andere Profile haben.

Brillengläser für Sportbrillen sollten diese Eigenschaften aufweisen:

  • Bruchfestigkeit
  • Kratzbeständigkeit
  • Antireflexbeschichtung
  • UV-Schutz
  • Blendungsreduktion

Um eine Sportbrille den Anforderungen entsprechend zu verglasen, muss zur Endrandung der Brillengläser ein Einschleifautomat verwendet werden, bei dem es möglich ist, den Brillenglas-Facettenwinkel und die Facettenform so zu gestalten, dass ein bestmögliches Ergebnis erzielt wird.

Obwohl die Anforderungen an die Fassung oft vernachlässigt werden, sind die Brillengläser immer normkonform gefertigt. Überwiegend werden Sportbrillen beim Hersteller mit Kunststoffbrillen­gläsern verglast. Wird eine Sportbrille später mit den Korrektionswerten des Brillenträgers verglast, werden auch dann Kunststoffbrillen-Gläser verwendet. Diese Korrektionsbrillengläser müssen so gefertigt sein, dass sie den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes entsprechen. Die Verwendung mineralischer Brillengläser wäre bei einer Verglasung durch den Hersteller oder einer nachträglichen Verglasung mit den Korrektionswerten des Brillenträgers leichtfertig, da mineralische Brillengläser durch die Splittergefahr ein hohes Verletzungsrisiko darstellen. Besonders hoch ist dieses Risiko beim Sport, da Stürze oder andere äußere Einflüsse, wie Bälle, Schläger oder andere Sportgegenstände, zu Unfällen führen können, bei denen die Brillengläser brechen. Sportbrillen, die mit mineralischen Brillengläsern verglast sind,
sind für den Sport nicht geeignet und nur als
Modeprodukt zu verwenden.

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Optische korrigierende Sportbrillengläser

Werden Korrektionsbrillengläser für eine Sportbrillenfassung hergestellt, werden die geometrisch-optischen Eigenschaften festgelegt durch die beiden Radien der Brillenglasflächen „Radius1 und Radius 2“, „die Mittendicke D“ und den Durchmesser des Brillenglases. Diese Werte sind unabhängig von den Brechzahlen des Brillenglases. Bei der Angabe eines Brechwertes einer Fläche des Brillenglases geht die Brechkraft eines Glases einher. Für Sportbrillen werden Brillengläser produziert, die sich der extrem durchgebogenen Form einer Sportbrille durch dazu mehr oder weniger gut passende Außenkurven anpassen. Diese Brillengläser werden in einem gewissen Intervall mit den gleichen Grundkurven gefertigt. Bei der Produktion von Brillengläsern für Sportbrillen liegen die Vorderflächenbrechwerte der Brillengläser, also die Grundkurven, meist zwischen 6 dptr und 8 dptr (Dioptrien).

Verträglichkeit von Sportbrillen mit optischer Korrektion

Wie schon erwähnt, kann es bei Sportbrillen mit Korrektionswirkung zu Verträglichkeitsproblemen kommen. Zu den Verträglichkeitsproblemen gehört die differenzierte Wahrnehmung im Vergleich zur normalen Korrektionsbrille, die sich durch vergrößerte oder verkleinerte Objektwahrnehmung bemerkbar macht. Ein weiteres Problem ist das Auftreten von Doppelbildern. Diese Doppelbilder entstehen, da Abbildungsfehler aufgrund der um den Fassungsscheibenwinkel verkippten Scheiben gegenläufig auftreten. Die verkippten Scheiben, wegen der die Augendrehpunktforderung nicht mehr eingehalten werden kann, sorgen zusätzlich für eine verminderte Spontanverträglichkeit. Meist ist die Gewöhnung an eine Sportbrille mit Korrektionsgläsern schwieriger, als an eine normale Brille. Die Eingewöhnung hängt neben klaren optischen Gegebenheiten individuell vom einzelnen Menschen ab. So kann eine Sportbrille, die jeweils optimal individuell gefertigt und angepasst wurde und keine messbaren Fehler mehr aufweist, für verschiedene Menschen unterschiedlich verträglich sein.

Es gibt eine Reihe von Einflussfaktoren, die für die Verträglichkeit verantwortlich sind und bei einer Sportbrille eine Rolle spielen. Zu nennen sind Faktoren wie die Wirkung der Brillengläser, der Nutzungsbereich der Sportbrille, mit dem die Sportart gemeint ist, und die Fähigkeiten des individuellen Augenpaares, sich auf gegebene Sehaufgaben einzustellen. Das können physiologische Aspekte sein, wie zum Beispiel die Konvergenzfähigkeit des Augenpaares, Einäugigkeit, aber auch an sich nicht korrektionsbedürftige Heterophorien, die jedoch durch die bisherige Brille ganz oder zum Teil korrigiert waren. Besonders bei den verschiedenen Sportarten können sich große Unterschiede bei der Verträglichkeit ergeben, da oft unterschiedlichste Sehaufgaben zu meistern sind. Sportarten, bei denen große Kopfbewegungen durchgeführt werden, wirken sich anders auf die Verträglichkeit aus, als Sportarten, bei denen eine meist starre Kopfhaltung vorgenommen wird. So ist der Ausgangszustand bei einer Ballsportart, bei der ständig auf Gegner und Mitspieler geachtet werden muss und dadurch viele und extreme Kopf- und Augenbewegungen ausgeführt werden, anders, als bei einer Sportart wie Laufen, bei der der Kopf meist nur in gerader Position gehalten wird. Der Sportler muss beim Laufen nicht auf plötzliche Ereignisse reagieren, indem er den Kopf bewegt oder, verglichen mit der Alltagssituation, extreme, für ihn unnatürliche Augenbewegungen ausführen.

Auge – Sehen – Sportbrillen

Das gute Sehen ist wichtig für die Orientierung, Gefahrenerkennung und Verletzungsprophylaxe. Deswegen ist es wichtig, das Auge zu schützen. Es ist ein komplexes Sinnesorgan, äußerst leis­tungsfähig, aber auch sehr sensibel. Die Natur hat für den Alltag einiges an Schutzvorrichtungen eingebaut. In Extremsituationen – und dazu zählen Outdoorsportarten für unser Auge – sind diese jedoch überfordert und werden nur durch die richtige Sportsonnenbrille entsprechend geschützt.

Nicht nur bei Outdoorsportarten gilt es, das Auge zu schützen, auch bei Indoorsportarten, wie Squash, kann ein Ball das Auge irreparabel verletzen. Eine helle, auf das Umfeld abgestimmte Sportbrille schützt die Augen.


Feature-Artikel verfasst von
Erwin Stella, MBA.