1. Mai 2017 | Unkategorisiert

Starke Augen für Europa!

Sehbeeinträchtigungen stellen eine große Belastung für die betroffenen Personen dar und wirken sich negativ auf deren Lebensqualität aus. Man geht davon aus, dass im europäischen Raum mehr als 28 Millionen Menschen davon betroffen sind.

Der Verlust der Sehkraft bedeutet nicht nur eine massive Einschränkung des täglichen Lebens für die Person und ihre Familie, auch das Gesundheitssystem ist langfristig gesehen davon belastet. Der WHO zufolge, können 80 % aller Sehbeeinträchigungen vermieden oder behoben werden. Nichtsdestotrotz, steht in vielen Ländern das Thema Augengesundheit nicht ganz oben auf der Agenda. Im Hinblick auf die immer älter werdende Bevölkerung muss jedoch in Präventionsmassnahmen investiert werden.

In einem am Weltdiabetestag 2016 im EU Parlament veröffentlichten, neuen Positionspapier „A lack of vision?“ stellten EFAB, ECV und EU-EYEi die 3 Kernthemen im Kampf gegen dauerhaften Sehverlust vor: Forschung und Entwicklung, Früherkennung und Diagnose, Zugang zu Behandlung und Versorgung. Diese Kernbereiche bilden die Grundlage für die wichtigste Aufgabe, nämlich die Öffentlichkeit darüber aufzuklären und stärker dafür zu sensibilisieren, dass regelmäßige Augenuntersuchungen und Sehstärkenkontrollen entscheidend für die Gewährleistung der Augengesundheit sind. Als Mitglied von EFAB und ECV ist der Europäische Rat für Augenoptik und Optometrie (ECOO) ein aktiver Unterstützer dieser Initiative. Die Einbindung von Augenoptikern und Optometristen in Aufklärungskampagnen, Screenings oder Forschungsprogrammen ist dabei von großer Bedeutung, da diese oft die erste Anlaufstelle für Personen sind, die an einer Sehbeeinträchtigung oder Augenerkrankung leiden. Augenoptiker und Optometristen kennen die Bedürfnisse Ihrer Kunden und wissen um die Schwachstellen des Systems. Sie können daher massgeblich zu einer Verbesserung beitragen.

Regelmäßige Augenuntersuchungen und Sehstärkenkontrollen sind wichtig für die Augengesundheit.

Das Positionspapier zeigt notwendige Maßnahmen auf, um sich den Herausforderungen rund um Sehbeeinträchtigung und Sehverlust in Europa stellen zu können. Dazu zählt die Notwendigkeit, das Thema Augengesundheit und Sehen stärker in die EU-Förderprogramme im Bereich Gesundheit und Soziales einzubinden. Eine weitere Maßnahme besteht darin, die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen und klare Leitlinien zu schaffen, worunter der Zugang zu Patienten und eine enge Kooperation zwischen den Fachleuten fällt. Allerdings sind solche Maßnahmen nur dann sinnvoll, wenn sie umgesetzt werden und zu Ergebnissen führen. Konkrete Maßnahmen werden am besten auf nationaler Ebene getroffen, da hier eine enge Zusammenarbeit zwischen Berufsverbänden, Patientenorganisationen und Entscheidungsträgern im Gesundheitsbereich herrscht und somit das Thema Sehbeeinträchtigungen und Sehverlust in den Vordergrund gerückt werden kann. 2017 wird sich der Europäische Rat für Augenoptik und Optometrie (ECOO) weiter darum bemühen, das Thema Augengesundheit und Sehen auf europäischer Ebene zu forcieren und eng mit seinen Mitgliedern sowie auf EU-Ebene mit den Stakeholdern zusammenarbeiten. Ein koordinierter Ansatz für alle Beteiligten in ganz Europa ist der Schlüssel zum Erfolg.

 

Kontakt
www.ecoo.info

Die 3 Eckpfeiler des Positionspapiers „A lack of vision?“

Forschung & Entwicklung

Auf EU-Ebene wird das Thema Gesundheit als gesellschaftliche Herausforderung angesehen, daher werden Fördermittel in der Höhe von 29 Milliarden Euro in den Forschungsbereich Gesundheit investiert. Leider fließt nur ein geringer Anteil in den Bereich Augengesundheit. Die EU muss in ihren nächsten Arbeits- und Forschungsprogrammen den Themenbereich Augengesundheit mit anderen chronischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen gleichstellen.

Früherkennung und Diagnose

Früherkennung, Diagnose und Behandlungsmaßnahmen hängen von zwei Faktoren ab: regelmäßige Augenkontrollen und die dazu passenden Strukturen, die es ermöglichen, dass jeder Zugang zu diesen Kontrollen hat. Ziel ist es, dass Augenkontrollen routinemäßig bei Gesundenuntersuchungen durch­geführt werden.

Zugang zu Behandlung und Versorgung

Allgemeinmediziner und Fachleute im Bereich Augenheilkunde, Optometrie und Augenoptik sollten sich zusammenschließen, um so eine best­mögliche Versorgung der PatientInnen gewährleisten zu können.